Stellenwert-Labor

Blöcke legen, Zahlwort sehen — warum „vierundzwanzig“ die Vier zuerst sagt

Über dieses Werkzeug

Warum schreiben so viele Kinder 42, wenn sie „vierundzwanzig“ hören? Weil das deutsche Zahlwort die Einer zuerst sagt — die Zahl aber die Zehner zuerst schreibt. Genau diesen Zahlendreher packt das Stellenwert-Labor an der Wurzel: Unter den Blöcken bauen sich Zahl und Zahlwort live mit, und die Wortteile leuchten in den Farben ihrer Stellen — „vier“ in Koralle wie die Einer, „zwanzig“ in Türkis wie die Zehner, das „und“ bleibt neutral. So sieht jedes Kind bei jedem Tipp: Das Wort sagt die Vier zuerst, geschrieben wird sie trotzdem hinten. Und ein Tipp auf eine Ziffer zeigt umgekehrt, welcher Teil des Wortes sie spricht.

Gebaut wird wie mit echtem Dienes-Material — nur dass hier alles zusammenhängt. Liegen zehn einzelne Einerwürfel auf der Matte, lädt das Labor zum Bündeln ein: „Zehn Einer! Machst du einen Zehner daraus?“ Ein Tipp, und die zehn Würfel schnappen sichtbar zu einer Zehnerstange zusammen — auf Wunsch bündelt die Matte auch von selbst. Genauso begreifbar wird der Rückweg: Beim Abziehen reichen die losen Einer manchmal nicht, also wird ein Zehner getauscht — die Stange springt in zehn Würfel auf, und der Zehnerübergang, sonst ein abstrakter Rechentrick, passiert sichtbar vor der ganzen Klasse. Über den Spalten steht dabei die vertraute Stellenwerttafel: H, Z, E.

Drei Modi führen durch das Labor: Beim Bauen erkunden die Kinder frei — jeder Block verändert Zahl und Zahlwort sofort. Bei „Zeig mir“ stellt das Labor Aufgaben: „Kannst du 47 bauen?“ — oder es spricht nur das Zahlwort, und die Kinder bauen, was sie hören: die ehrlichste Zahlendreher-Probe, die es gibt. Beim Abziehen wird weggenommen und getauscht, bis das Ergebnis auf der Matte liegt. Unter „Unsere Zahlen“ speichern Sie die Zahlen Ihrer Klasse — die Schultage, die Anzahl der Kinder, die gesammelten Pfandflaschen —, damit an echten Zahlen geübt wird. Alles läuft direkt im Browser, ohne Installation und ohne Konto — und wie überall bei uns: ohne Punkte, ohne Zeitdruck, ohne Wettrennen.

So nutzen Sie es im Unterricht

  • Öffnen Sie das Stellenwert-Labor am Beamer oder Whiteboard und lassen Sie die Kinder zuerst frei bauen: Blöcke legen, wegnehmen und staunen, wie Zahl und Zahlwort mitwachsen.
  • Sprechen Sie über die Farben: „vier“ leuchtet wie die Einer, „zwanzig“ wie die Zehner. Fragen Sie: Welchen Teil sagen wir zuerst — und welche Ziffer schreiben wir zuerst?
  • Legen Sie gemeinsam zehn Einer und lassen Sie ein Kind bündeln — die zehn Würfel schnappen zur Zehnerstange zusammen. Beim Abziehen geht es andersherum: Ein Zehner wird in zehn Einer getauscht.
  • Wechseln Sie zu „Zeig mir“: Das Labor sagt ein Zahlwort an, die Kinder bauen es nach Gehör — bei einem Zahlendreher hilft der Blick aufs farbige Wort.
  • Speichern Sie unter „Unsere Zahlen“ die Zahlen Ihrer Klasse — die Schultage, die Kinderzahl, das Sammelziel — und beginnen Sie die Mathestunde mit einer echten Zahl.

Ideen für den Unterricht

  • Schultage-Ritual: Jeden Morgen legt ein Kind einen Einer dazu — und am zehnten, zwanzigsten, dreißigsten Schultag feiert die Klasse das große Bündeln, wenn wieder eine volle Zehnerstange entsteht.
  • Zahlendreher-Detektive: Schreiben Sie 24 und 42 an die Tafel und sagen Sie „vierundzwanzig“ — die Klasse baut die Zahl, und das farbige Zahlwort verrät, welche der beiden stimmt und warum.
  • Flüster-Duo: Ein Kind flüstert seinem Partnerkind ein Zahlwort zu, das Partnerkind baut es auf der Matte — dann sagt das Labor die Zahl laut an, und beide prüfen gemeinsam.
  • Hör-Station: In „Zeig mir“ spricht das Labor nur das Zahlwort — perfekt als Tablet-Station, an der jedes Kind im eigenen Tempo baut, hört und sich selbst prüft.
  • Der große Tausch: Rechnen Sie 32 − 5 vor der Klasse — die losen Einer reichen nicht, ein Kind darf den Zehner tauschen, und der Zehnerübergang wird zum Ereignis statt zur Hürde.