Buchstabenwerkstatt

Ein großer Buchstabe auf der Lineatur, die Ihre Klasse wirklich im Heft hat: Das Glühwürmchen zeigt die Strichfolge, dann schreibt das Kind – und die Tinte erscheint nur dort, wo der Finger wirklich war.

Über dieses Werkzeug

Oben liegt eine Leiste mit allem, was diese Klasse zum Schreiben braucht, durch schmale Trennstriche in vier Gruppen geteilt: das Alphabet von a bis z, die deutschen Zusatzbuchstaben ä, ö, ü und ß, die Buchstabengruppen sch, ch, st und sp samt den Zwielauten ei, au und eu – und die Ziffern 0 bis 9. Ein Tippen genügt, und das Zeichen steht groß auf dem Blatt. Bei den Buchstabengruppen wird Buchstabe für Buchstabe geschrieben: sch ergibt zusammen einen Laut, geschrieben wird trotzdem erst das s, dann das c, dann das h. Zuerst fliegt ein Glühwürmchen den Buchstaben Strich für Strich ab, in genau der Reihenfolge, in der man ihn schreibt, mit einem leisen Klang zu jedem Strichbeginn. Beim Öffnen läuft das einmal von selbst; das ▶ in der Ecke des Blattes wiederholt es so oft, wie die Klasse es braucht. Während geschrieben wird, bleiben die Nummern der Striche und kleine Richtungspfeile auf dem Buchstaben stehen – genau das, was einem fertigen Buchstaben an der Wand nicht anzusehen ist.

Dann fährt das Kind mit dem Finger nach, und die Linie erscheint nur dort, wo der Finger wirklich gewesen ist. Sie läuft nie voraus und schreibt den Buchstaben nie zu Ende: Wer auf halbem Weg aufhört, hat einen halben Buchstaben. Verlässt der Finger die Spur, wartet die Tinte einfach ab. Was dann folgt, ist nie ein Urteil, sondern eine Veränderung der Umgebung – erst wandern die Richtungspfeile, dann fliegt das Glühwürmchen genau diesen einen Strich noch einmal, und zuletzt wird die Spur ein einziges Mal etwas breiter. Absetzen und neu greifen ist erlaubt: Das schon Geschriebene bleibt stehen. Mit dem ↺ wird alles weggewischt und noch einmal begonnen. In diesem Werkzeug gibt es kein rotes Kreuz, keine Punkte, keine Sterne und keine Uhr. Ein Buchstabe ist entweder noch in Arbeit oder geschrieben, und beides ist in Ordnung.

Die Lineatur ist der Teil, den Schreibwerkzeuge aus dem englischsprachigen Raum fast immer verfehlen. Hier steht der Buchstabe auf der Lineatur der ersten Klasse: vier durchgezogene Linien und dazwischen das farbig hinterlegte Mittelband, in dem die kleinen Buchstaben wohnen. Die Oberlängen von b, d, h und l reichen bis zur oberen Linie, die Unterlängen von g, p und y hängen unter der Grundlinie – dasselbe Haus mit Dachgeschoss, Erdgeschoss und Keller, das die Kinder aus ihrem Schreibheft kennen. Eine gestrichelte Mittellinie gibt es hier bewusst nicht: Die ist eine angloamerikanische Gewohnheit und wird in deutschen Heften nicht gedruckt. Kostenlos sind alle Buchstaben, alle Buchstabengruppen, alle Ziffern und jedes Wort, das Sie selbst eintippen – und das in allen elf Sprachen. Zum Lehrer-Paket gehören die Namen aus Ihrer Klassenliste und das Arbeitsblatt zum Ausdrucken.

So nutzen Sie es im Unterricht

  • Öffnen Sie die Werkstatt am Whiteboard und lassen Sie die Klasse zuerst nur zusehen: Beim Öffnen fliegt das Glühwürmchen den Buchstaben einmal von selbst ab. Über das ▶ in der Ecke des Blattes läuft es noch einmal, so oft Sie möchten.
  • Tippen Sie in der oberen Leiste das Zeichen an, um das es heute geht: den Laut der Woche, den Buchstaben, den ein Kind immer spiegelt, die Ziffer aus der Rechenstunde. Ein Tippen, kein Suchen – und die Buchstabengruppen und Ziffern liegen in derselben Leiste.
  • Holen Sie ein Kind nach vorn. Es beginnt am grünen Punkt und fährt mit dem Finger nach; die Punkte unter dem Blatt zeigen, wie viele Striche noch fehlen. Kommt das Kind von der Spur ab, wartet die Linie – warten Sie mit. Weiter geht es über das große Feld unten, auf dem immer das nächste Zeichen steht: Die Werkstatt schaltet nie von selbst weiter.
  • Mit dem Paar a / A wechseln Sie denselben Buchstaben zwischen klein und groß. Über das Bleistift-Feld ✎ tippen Sie ein beliebiges Wort ein, das die Klasse dann Buchstabe für Buchstabe schreibt, während das ganze Wort über dem Blatt stehen bleibt. Beides ist für alle kostenlos.
  • In den Einstellungen lassen Sie das Zeichen laut sprechen, blenden Nummern und Pfeile aus oder verbreitern die Spur für kleine Hände. Mit dem Lehrer-Paket listet dasselbe Bleistift-Feld zusätzlich die Namen Ihrer Klasse aus den Namensstäbchen, und das Druckersymbol gibt ein A4-Blatt zum Buchstaben auf dem Bildschirm aus.

Ideen für den Unterricht

  • Buchstabe der Woche: Der neue Buchstabe steht die ganze Woche an der Tafel. Jeden Morgen fährt ein anderes Kind ihn vor der Klasse nach und sagt dazu, in welchem Stockwerk er wohnt – Dachgeschoss, Erdgeschoss oder Keller.
  • Verwechslungspaare klären: b und d, p und q direkt nacheinander antippen und nachfahren lassen. Weil die Strichfolge vorgegeben ist, erleben die Kinder den Unterschied als zwei verschiedene Bewegungen und nicht als zwei ähnliche Bilder.
  • Wenn ein Kind einen Buchstaben spiegelt, korrigieren Sie ihn nicht im Heft: Tippen Sie ihn hier an und sehen Sie gemeinsam zu, wo der erste Strich beginnt. Der Anfangspunkt räumt mehr Spiegelungen aus als jede ausradierte Zeile.
  • Schreibstation in der Freiarbeit: ein Tablet mit der Werkstatt, daneben Sandtablett und Heft. Erst mit dem Finger auf dem Bildschirm, dann im Sand, zuletzt auf der Lineatur – dreimal dieselbe Bewegung, dreimal ein anderes Material.
  • Wort der Woche: Tippen Sie das Wort ein, an dem die Klasse gerade arbeitet, und schreiben Sie es gemeinsam an der Tafel. Mit dem Lehrer-Paket spurt zum Schulanfang jedes Kind seinen eigenen Vornamen nach, und Sie drucken denselben Buchstaben als Übungsblatt auf genau der Lineatur aus, die im Heft steht.